Lehrveranstaltungen HS. 2015

Universität Zürich /Kunsthistorisches Institut / SNF-Förderungsprofessur

Prof. Dr. Francine Giese / Prof. Dr. Carola Jäggi
Vorlesung: Byzantion – Konstantinopel – Istanbul: Kunst und Kultur vom 4. Jh. bis ins 19. Jh.
Donnerstag, 16:15-18:00 Uhr

Die Vorlesung zeichnet die Entwicklung des spätantiken Byzantion zur Weltmetropole Istanbul anhand ausgewählter Bauten aus spätantiker, byzantinischer und osmanischer Zeit nach. Detaillierte Bauanalysen sollen Aufschluss darüber geben, wie Byzantion in den 320er Jahren unter Konstantin d. Gr. zum Neuen Rom ausgebaut wurde, bevor Justinian I. mit der Hagia Sophia (532-537) einen Bau schuf, der die osmanischen Baumeister nach der Eroberung Konstantionpels durch Mehmet Fatih im Jahre 1453 nachhaltig prägen sollte. Die auf zwei Kontinenten gelegene Stadt gilt bis heute als ein Ort des kulturellen Austausches zwischen Europa und Asien, was sich nicht nur in einem fortwährenden Transfer zwischen spätantiker, byzantinischer und osmanischer Bautradition äussert, sondern auch im zunehmenden Einfluss westlicher Strömungen in der osmanischen Moschee- und Palastarchitektur des 18. Jh. bis 20. Jh.   

Einführende Literatur: Sarah Bassett: The Urban Image of Late Antique Constantinople, Cambridge 2004. Albrecht Berger: Konstantinopel. Geschichte, Topographie, Religion, Stuttgart 2011. Godfrey Goodwin, A History of Ottoman Architecture, London: Thames&Hudson, 2003. Doğan Kuban, Ottoman Architecture, Woodbridge, Suffolk: Antique Collectors' Club, 2010. Cyril Mango: Le développement urbain de Constantinople (IV-VII siècles), Paris 1990. Wolfgang Müller-Wiener: Bildlexikon zur Topographie Istanbuls. Byzantion - Konstantinupolis - Istanbul bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts, Tübingen 1977. Gülru Necıpoğlu, The Age of Sinan:Architectural Culture in the Ottoman Empire, London: Reaktion Books, 2007. Stèphane Yerasimos: Konstantinopel. Istanbuls historisches Erbe, Köln 2000.

Istanbul-Exkursion, 3.-10. Januar 2016

 

Prof. Dr. Francine Giese / Prof. Dr. Tristan Weddigen
Übung: Orient-Express: Kultureller Austausch zwischen dem Osmanischen Reich und Europa
Mittwoch, 16:15-17:45 Uhr / 6 ECTS

Die Übung greift ein aktuelles Thema der transkulturellen Kunstgeschichte auf, dem gegenwärtig die Ausstellung „The Sultans World. The Ottoman Orient in Renaissance Art“ (Brüssel/Krakau) gewidmet ist. Anhand ausgewählter Einzelstudien soll der kulturelle Austausch zwi- schen dem Osmanischen Reich und Europa von der Renaissance bis ins beginnende 20. Jh. aufgezeigt und die dabei beobachteten Transferprozesse kritisch untersucht werden. Im Vordergrund stehen Themen wie die gegenseitige Einflussnahme in der Malerei und Portraitkunst, der Zentralbauge- danke bei Michelangelo und Sinan, westliche Tendenzen im osmanischen Moschee- und Palastbau, europäische Istanbul-Reisende und ihre Reiseberichte, die Restaurierung der Hagia Sophia im frühen
19. Jh., die Rezeption osmanischer Keramik in Europa, die sog. Türkenmode und die neo-osmanische Bautradition in Europa oder der Ausbau der Orientexpress-Strecke und die damit zusammenhängende Vergabe islamischer Ausgrabungsstätten an Preussen. Ein Ausblick auf die seit 1987 in Istanbul durchgeführte Biennale soll schliesslich den Blick auf den heutigen Austausch zwischen der modernen Türkei und Europa schärfen und mögliche Parallelen mit historischen Austauschprozessen aufzeigen.

Hinweis: Die Übung steht im Zusammenhang mit der Istanbul-Exkursion. Teilnehmende der Übung werden bei ihrer Bewerbung auf die Exkursion bevorzugt behandelt. AuditorInnen sind nicht zugelassen.

Referatsliste

 

Prof. Dr. Francine Giese / Prof. Dr. Johannes Kabatek / Dr. Johannes Thomann / lic. phil. Nadja Koch / Helena Lahoz Kopiske M.A.
KOL. Al-Andalus und Kastilien. Die Iberische Halbinsel als kulturelle Kontaktzone
Blockveranstaltung, Freitag, 13-16 Uhr

18.09. Einführung, 16.10. Block I (Islamwissenschaft), 30.10. Block II (Kunstgeschichte), 13.11. Workshop Romanistik, 4. 12. Block III (Romanistik)

Abendvorträge: 15.10. Ulrich Rudolph (AOI) „Philosophie in al-Andalus (12. Jh.) “ / 29.10. Ana Echevarría (UNED Madrid) „Islamic Art for a Christian Society: The Iberian Peninsula in the Middle Ages“ / 12.11. Alberto Montaner (Universidad de Zaragoza) “Los orígenes de la presencia árabe en la lengua española”


Im Zentrum der von den Instituten für Kunstgeschichte, Romanistik und Islamwissenschaft durchgeführten Lehrveranstaltung steht der kulturelle Austausch zwischen dem islamisch dominierten al-Andalus, dem christlichen Königreich Kastilien und den jüdischen Sepharden, die im Mittelalter auf der Iberischen Halbinsel koexistierten. Während sich insbesondere Kastilien und al-Andalus militärisch bekämpften, kann in Bereichen wie der Kunst und Architektur, der Sprache oder der Philosophie eine gegenseitige Einflussnahme beobachtet werden, die zu spezifisch spanischen Erscheinungen wie der Mudéjar-Architektur oder der Aljamiado-Literatur geführt haben. Um die Vielschichtigkeit dieser Austauschprozesse erfassen zu können, sind drei Abendvorträgen sowie drei Themenblöcke vorgesehen, in denen kunsthistorische, linguistische und islamwissenschaftliche Aspekte diskutiert werden.

Referatsliste

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